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mozes october 2018 webBrain-Fucked by Kurt Cobain

Kurt Cobain hatte sein heroinvernebeltes Gehirn schon fast 10 Jahre vorher mit einer Browning-Flinte an die Wand seines Hauses verteilt, als sich der NIRVANA-Sound aus Seattle über eine Tonträger-Konserve in das Gehirn von Melle Dielesen (git, voc) einbrannte. Das hatte ähnliche Folgen wie im Alien-Film von Ridley Scott. Etwas von NIRVANA hatte sich in seinem Kopf festgesetzt und lebte

dort weiter. Melle aus Eindhoven in den Niederlanden begann selbst Songs zu schreiben und nannte sich irgendwann MOZES AND THE FIRSTBORN. Sieben Jahre später, gründete er im Alter von 20 Jahren im Jahr 2010 zusammen mit Ernst-Jan van Doorn (Gitarre), Corto Blommaert (Bass) und Drummer Raven Aartsen die Band. 2013 treffen sie zusammen auf einen weiteren - diesmal aber noch lebenden - Musiker der 90er: den Drummer von URBAN DANCE SQAD, der inzwischen als Produzent arbeitete. Er lud die Band in sein Studio ein, um das vorhandene Material für ihr Debut-Album live einzuspielen. Einige Songs, wie „Peter Jr.“, „Gimme Some“ (siehe Video) oder „Time’s a Headache“, haben einen 60ties-Garage-Psychedelic-Sound.

Das zweite Album „Great Pile of Nothing“ von 2016 war ruhiger und introvertierter. „Crawl“ ist dafür ein schönes Beispiel (siehe Video).

Und jetzt nun “Dadcore”. Das Label hat das Album als „Mixtape“ bezeichnet. Das ist nicht ganz falsch. Man kann Referenzen an Genres, vergangene Zeiten oder andere Bands erahnen. Vielleicht z.B. JESUS AND THE MARY CHAIN am Anfang von „If I“. Wobei Garage-Pop trotzdem als Gravitationszentrum von „Dadcore“ bezeichnet werden kann. Aber insbesondere sind es durchweg wunderschöne Songs, die die Liebe ihrer Erzeuger zur Musik deutlich machen. Und der Gesang von Melle passt. Irgendwo in einem Online-Magazin stand der Satz, dass die Musik von MOZES AND THE FIRSTBORN richtig Spaß machen würde, ihnen vielleicht sogar mehr wie uns. Das könnte auch nicht so nett gemeint sein. Aber selbst, wenn es so wäre, spricht das nicht gegen die Band. Es könnte höchstens ein Hindernis für einen größeren kommerziellen Erfolg sein. In dieser Hinsicht ist es bestimmt auch nicht hilfreich, dass MOZES AND THE FIRSTBORN sich über die drei Alben nicht auf einen bestimmten Stil einigen konnten. Aber muss das meine Sorge sein? Ich genieße lieber diese grandiosen Songs, wie „If I“ (siehe Video), „Amen“ oder „Fly Out II“.

In dem offiziellen Video zu „If I“ gibt es erstmal ein Intro von 1:17. Vielleicht auch nicht unbedingt kompatibel mit dem Konsumentenverhalten in unserer schnelllebigen Zeit. Aber fuck, die sind jung, die haben Spaß. Und schaut euch diesen stechend wahnsinnigen Blick von Melle an, der manchmal zum Vorschein kommt. Besessen von Curt Cobain surft er die second wave. Meinen Segen hast Du! Go on!

 mozes album
Album "Dadcore"
Burger Records
VÖ 25.1.2019