MALCOLM RIVERS
We Sing - EP

Eigenvertrieb - VÖ: 07.01. 2011
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Zuletzt aktualisiert am: 07. Januar 2011
Man werfe Hardcore und Metal in einen Mixer, gebe einige elektronische Elemente und einen Hauch von Pop hinzu und was kommt dabei heraus? MALCOLM RIVERS aus Münster! Die Bandgeschichte der sechs Jungs ist etwas außergewöhnlich und sollte daher an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. So sind die Musiker nicht etwa (wie es in vielen anderen Bands üblich ist) seit Jahren befreundet, sondern ein Mitglied hat sich eines Tages stur in den Kopf gesetzt, unbedingt eine Band gründen zu wollen und vom Tatendrang getrieben diverse Anzeigen geschaltet und Flyer drucken lassen. So lernten sich in gut anderthalb Jahren ca. 70 Musiker aus Münster und Umgebung kennen, bis es schließlich zur finalen Besetzung kam. Herausgekommen sind die besagten MALCOLM RIVERS, die unter anderem durch die Altersunterschiede innerhalb der Band (zwischen dem ältesten und jüngsten Mitglied liegen immerhin 15 Jahre) ein breites Spektrum an Vorlieben und musikalischem Input zu bieten haben. Die verschiedenen Einflüsse hört man der seit Januar 2011 erhältlichen Debüt-EP auch an, so bringen die acht Tracks eine große Vielfalt an Musikstilen mit sich. Wenn man sich die elektronischen Einflüsse wegdenkt, erinnern die Songs stellenweise an BULLET FOR MY VALENTINE. Die Songs wirken sehr emotional und versetzen einen in eine leicht melancholische oder teilweise depressive Stimmung. ‚Two hearts are covered by a blanket of cold / A million feelings have been bedded on pillows of ice / Our hope is already pale and blue / Emotions freeze and perish’ tönt es im Lied „Between cold and ice“. Den Höhepunkt der Platte stellt für mich definitiv „Lost” dar. Der Song geht sofort voll rein, verbindet Verzweiflung mit Wut und wird im Refrain sogar ein wenig poppig. Klar, es geht schließlich auch um eine gescheiterte Beziehung. Sind die Texte von MALCOLM RIVERS gewöhnlich auf Englisch, überrascht das Ende von „Identity“ plötzlich mit einer deutschen Textstelle. Warum nicht mehr davon, Jungs? Die Stelle sticht für mich schon beim ersten Durchlauf raus und bleibt sofort hängen. Apropos „Identity“, die Band benannte sich übrigens nach dem Film „Identität“ von James Mangold, in welchem der zu Tode verurteilte Serienmörder Malcolm Rivers eine zentrale Rolle spielt. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Musiker für eine erste EP eine ganz ordentliche Leistung erbracht haben. Angesichts der Tatsache, dass die Combo in der Besetzung noch nicht allzu lange existiert, ist da auf jeden Fall noch großes Potential nach oben vorhanden.
ype
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