SOULFLY
Archangel

Nuclear Blast – VÖ 14.08.2015
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Zuletzt aktualisiert am: 05. August 2015

Max Cavalera muss man niemandem mehr vorstellen, und damit auch nicht seinen Dauerbrenner SOULFLY. Seit etlichen Jahren donnert die Band unter der eigens erfundenen Flagge Tribal Metal durch die Welt und wird nach wie vor gefeiert. Auch mit dem neuen Hammer namens „Archangel“ wird sich daran nichts ändern.

Was sich jedoch geändert hat ist die Grundstimmung der Platte. SOULFLY kommen martialisch, düster und gnadenlos daher. Das Cover wird geziert vom Erzengel, der mit SOULFLY-Hellebarde über einen Dämon richtet. Esoterisches Geplänkel, das früher Outros und Intros zierte, gibt es nicht mehr. Stattdessen legt das Album gleich ab der ersten Sekunde einen Blitzstart hin. Gut, der Song „We Sold Our Souls To Metal“ passt nicht wirklich in das Gesamtkonzept – dazu versucht er viel zu verkrampft, eine Metal-Party-Hymne zu sein. Nach dieser flotten Nummer taucht „Archangel“ mit dem gleichnamigen Track aber in tiefste Schwärze ein. Das Riffing ist noch immer groovig, aber auch wütend und kalt. Das arbeiten vor allem die Leadgitarren gut aus dem Song heraus.

Richtig fies wird es bei „Sodomites“. Bestes Headbanger-Tempo und Refrain zum mitschreien. Dennoch wird man das Gefühl nicht los, dass manche Passagen genauso gut von BEHEMOTH stammen könnten, da die Melodien im Hintergrund sich bitterböse anfühlen. Und siehe da: In „Bethlehems Blood“ singt Cavalera sogar die Zeile „Jerusalem is falling, falling“, die in beinah demselben Rhythmus bereits von Nergal in „Transmigrating Beyond Realms Ov Amenti“ verwendet wurde. Falls SOULFLY sich hier geistig befruchten ließen, dann ist dieses Kind ein wahrhaft teuflischer Bastard geworden.

Wie die meisten Alben von SOULFLY hat auch dieses einen hohen Wiederhörwert. Die Songs sind abwechslungsreich und bis auf den Ausrutscher gleich am Anfang stimmungsvoll konsistent. Kein Schnickschnack, einfach Metal. Da nimmt man auch gern in Kauf, dass „Archangel“ zehn Minuten kürzer ist als andere SOULFLY-Platten.

pd
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