HEIM
Palm Beach

Tapete Records / Indigo - VÖ: 23.09.2016
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Zuletzt aktualisiert am: 03. Oktober 2016

HEIM sind wütend, wild und brachial, sie haben deutsche Texte und umrahmen sie gekonnt mit knarzigen Gitarrensounds und viel Tiefgang! HEIM, das sind die Musiker Michael Shihrer, Denny Thasler und Florian Bauer und sie haben nun nach ihrem selbst betitelten Erstlingswerk ihr neues Album „Palm Beach“ veröffentlicht und damit noch eine Schippe draufgelegt und alles richtig gemacht. Hemmungslose Gitarren mit substanziellen Texten, was will man mehr?! HEIM finden immer die richtigen Worte! Sie machen keine Gefangenen, sondern brauchen dringend Fans wie dich und mich und sie enttäuschen auf keinen Fall, sondern machen einfach ihr Ding und überzeugen mit ihrer Direktheit und ihrem wilden Elan! Von der ersten bis zur letzten Minute nimmt „Palm Beach“ einen für sich ein und beschert einen Satz warme Ohren und einen gehörigen Tinnitus! HEIM muss man laut hören oder live genießen. Dazwischen gibt es nichts!

‚Ich glaube alles, was ich sage, ich bleib genau der der ich bin, ich stell mich selbst niemals in Frage‘ so heißt es im Anfangstitel „Nicht mehr da“. Dazu gibt es Musik irgendwo im Dunstkreis von DINOSAUR JR. mit vertrackten Melodiewechseln und wütenden Ausbrüchen, einem regelrechten Gitarreninferno! ‚Alles was nicht ehrlich ist, wird nicht mehr wiederholt‘ so eine Textzeile aus „Das alte Versteck“, die man auch auf ihre anderen Songs ausweiten könnte, denn alles Unehrliche verbannen HEIM gekonnt aus ihrer Musik. Diese dröhnt hart und wild aber klar aus den Boxen und sie lassen alles Unwichtige beiseite und konzentrieren sich darauf, ihre Musik zu entwerfen und sie mit wunderbaren Lyrics zu versehen. Wie ein gerade bearbeiteter Stein gibt es jede Menge Staub und Splitter, welche die Luft ausfüllen und dieser Stein bleibt auch nur halb fertig zurück und stellt doch schon ein Kunstwerk in sich dar!

‚Du verstehst es einfach nicht‘ heißt es im zweiten Lied „Das alte Versteck“, aber irgendwie kann man sie dann doch sehr gut verstehen, jedenfalls wenn man das Album öfter und immer wieder hört! Da bauen sich Gitarrenwände auf und mit zerbrechlicher Stimme werden spannende Textzeilen ins Off gesungen. Hier ist einfach gar nichts peinlich. Ich hoffe, die Band bleibt genauso wie sie schon immer war, um eine Textzeile aus „Nächstes Mal“ zu zitieren. Es lohnt sich einfach diesen Musikern eine Chance zu geben! Intensiv und mit gehöriger Chuzpe ziehen sie dich in ihrem Mikrokosmos und lassen dich verblüfft zurück. Da klingt die CD fast schon wie ein Livekonzert und genauso dürfte es wohl auch im Club flashen. Ohne Schnörkel und mit maximaler Intensität schaffen es HEIM einen eine knappe halbe Stunde die Realität vergessen zu lassen und hüllen einen in düstere Farben und aufregende Gerüche. HEIM sind garantiert ein Tipp für Freunde lauter und knarziger Gitarren und haben auch jede Menge zu sagen! Das beweist „Palm Beach“ mit Nachdruck!

Andy
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