ezln.jpg15 Jahre Aufstand und 50 Jahre Revolution: Frohes Neues!

Berlin / 26.12.2008: Am 1.1.1994 betrat die zapatistische Befreiungsarmee EZLN die Bühne der Welt. In bewaffneten Gruppen besetzten Tausende indigenen Guerilleros mehrere Orte im mexikanischen Bundesstaat Chiapas. Das Datum war bewusst gewählt. An diesem Tag trat das nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA in Kraft. Ihre Losung: „YA Basta!“ Die EZLN kämpft bis heute für indigene Autonomie, Abkehr von der neoliberalen Politik und Demokratisierung Mexikos. Die Vereinigung ist bislang unbesiegt und weltweit ein hoffnungsvoller Schimmer dafür, dass es möglich ist, mit dem Blick auf die gesamte Welt kämpferisch an der Veränderung der eigenen Situation vor Ort zu arbeiten.
 

Am 1.1.1959 verkündete Fidel Castro den Sieg der Revolution in Havanna, nachdem der frühere Diktator Fulgencio Batista geflohen war und die Aufständischen die Kontrolle über die gesamte Insel übernommen hatten. Der Sozialismus auf der Karibikinsel ist auch 20 Jahre nach dem Ende des realexistierenden Sozialismus in Europa nicht zusammengebrochen. Im Gegenteil: In den letzten Jahren haben sich in Venezuela und Bolivien neue Modelle eines demokratischen Sozialismus etabliert.

Wir sollten uns an diese Geschichten erinnern, wenn wir an das nächste Jahr und unsere eigene Situation hier denken. Für die sich andeutende Weltwirtschaftsdepression nämlich gibt es seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs keine vergleichbare Krise. Sie ist fundamental (siehe dazu Artikel „Das System ist nicht die Welt“ im aktuellen Wahrschauer Nr. 56). Trotzdem wird sich der profitgetriebene und undemokratische Kapitalismus nicht in Luft auflösen. Wir müssen gegen eine mächtige Minderheit, die von den bestehenden Verhältnissen profitiert, die Veränderung durchsetzen. Nur wenn wir bereit sind Geschichte zu schreiben wird es möglich sein, dass wir eine menschliche Gesellschaft im Einklang mit den natürlichen Ressourcen der Erde erreichen.
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Denn du schreibst Geschichte.
Mit jedem Schritt,
mit jedem Wort setzt Du sie fort.
Du schreibst Geschichte an jedem Tag,
denn jetzt und hier bist du ein Teil von ihr.
 
Weil ein Monster vor Dir steht,
dir bedrohlich in die Augen sieht,
bist Du lieber still.
Weil jeder Dir erzählt wer Du bist
und was Dir fehlt,
vergisst Du was du sagen willst. 

Doch du lebst länger als ein Leben lang.
Du bist das womit alles begann.

                                                                           (MADSEN)
 

Dazu gehört Mut und Tatkraft, aber auch die Fähigkeit, mit anderen gemeinsam an diesem Ziel zu arbeiten.
 
In diesem Sinne kann es eigentlich nur besser werden.
Und deshalb an Euch alle: Auf ein Frohes Neues!


TIPPS: Wer es vor Tatendrang nicht aushält, der kann zu einer Soli-Veranstaltung am 1.1.2009 um 21 Uhr vor der Mexikanischen Botschaft (Klingelhöfer Str. 3, Berlin) gehen ;-) Motto: „2009: Die Wirtschaftskrise ist unsere Chance. Darum tanz den Marcos mit uns!“

Ein weiterer interessanter Artikel zum Thema Chiapas befindet sich im WAHRSCHAUER #55: „Soziale Kämpfe in Mexiko“. Online-Ergänzungen zu diesem Artikel hier:
Update 1 und Update 2.

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