WAHRSCHAUER interviewt BARB WIRE DOLLS
Zum 1. Mai 2018:
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Tierschutzfestival Berlin 2018
Review der Woche: WHAT WE FEEL / MISTER X - "All against all"
11.5.2017 BARB WIRE DOLLS + ZERFALL im Tommy-Haus/Berlin
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scars_on_broadway.jpgProfessionelle Gradwanderung zwischen Pop und Härte!

Berlin/23.9.2008: Beim Hören ist für mich von Anfang an klar: hier sind erfahrene Profis am Werk, die kein noch so simpel erscheinendes Detail dem Zufall überlassen. Daron Malakian und John Dolmayan (SYSTEM OF A DOWN) sehen SCARS ON BROADWAY nämlich nicht nur als so ein Nebenprojekt, die ja zeitweise wie Pilze aus dem Boden schießen. Die Songs erinnern auch nur stellenweise an SYSTEM OF A DOWN. Das ist gut so! Mal mehr oder weniger rockend schießen sie sofort in den
Gehörgang und verankern sich fest im Hirn. Die Amerikaner schaffen mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum die Gratwanderung zwischen alternativer Rockmusik und radiotauglichem Pop mit Härte und auch mal schnulzigen Melodien. Besonders gefallen mir die sich in Geschwindigkeit und mit härteren Gitarrenriffs steigernden Nummern wie „Stoner Hate“ oder „World Long Gone“. Beispielhaft ist „Kill Each Other/Live Forever“, das mit einem ernsthaften Text über die Zukunft der Erde im Kontrast zu einer fließenden Melodielinie steht, die mich an ein Liebeslied erinnert. Höhepunkt der Scheibe ist das wütende, von Industrial-Beats geprägte „Chemicals“. SCARS ON BROADWAY halten ihre Texte recht kurz und einstrophig, so dass sich markante Textzeilen häufiger wiederholen, was dadurch den angesprochenen Wiedererkennungseffekt verstärkt. Die ernsten Texte über den eigenen Untergang, Drogen, Religion spicken die Amis ab und an klischeehaft mit dem F-Wort.
Der Kontrast zwischen melodiöser Rockmusik und wütenden Inhalten, die auch mal im Nonsens enden können, macht bei diesem Album (erschienen bei Interscope Records/Universal) die Faszination aus.

Tipp: Interviewstory im nächsten WAHRSCHAUER!

Siehe auch Gig-Review von SCARS ON BROADWAY