BAND: THE CARBURETORS
ALBUM:

LABEL: Steamhammer / SPV VÖ: 20.11.2015
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Zuletzt aktualisiert am: 22. Dezember 2015

Das hat gedauert: Erstes Album mit durchgängig neuem Material seit 2006 der Norweger an der Schnittstelle von Rock&Roll und Metal. Hat sich das Warten gelohnt? Doch.  

An der häufig willkürlich gesetzten Trennlinie, die man zwischen Rock&Roll und Heavy Metal zu ziehen genötigt wird, stehen THE CARBURETORS sehr breitbeinig verzerrt auf der Rock&Roll-Seite. Hier und da wilderten sie jedoch immer wieder im klassischen Metal, sodass dreckige Rocksongs mit Boogie-Rhythmus durch pathosgeladene Gitarrensolos und/oder hymnische Refrains einen spannenden Plot-Twist spendiert bekamen. Im Wesentlichen hat sich daran nichts geändert. Stillstand bedeutet das keineswegs, wagt sich die Band auf „Laughing in the Face of Death“ doch hörbar weiter auf die Metal-Seite als bisher. Sänger Eddie Guz, für diesen Stil eher untypisch mit tiefgrollendem Organ ausgestattet, hat bereits die ersten beiden Veröffentlichungen des All-Star-Projekts CHROME DIVISION veredelt, und dieser Einfluss lässt sich auf „Laughing in the Face of Death“ heraushören.  

Am deutlichsten wird das bei „Days of Metal oder „Lords of Thunder“ (mit Shagrath an den Vocals, Sänger von DIMMU BORGIR und u.a. Gitarrist bei CHROME DIVSION). Letzteres zeigt, wie man ein- und denselben Beat während eines ganzen Songs beibehält und trotzdem spannende Rhythmusvariationen (Doublebass!) einbauen kann. Die Nach einer rotzig-stampfenden Strophe wird mit der Bridge das Tempo angezogen, bis sich der Song in einen Refrain öffnet, bei dem die Sonne aufgeht - oder, um näher beim typischen Thema der Band zu bleiben: die Tür des Kühlschranks, dessen Licht sich auf abgetretene Dielen ergießt und den Blick freigibt auf gülden illuminierte Flaschen diverser alkoholischer Getränke. Und jetzt alle mitsingen!  

Im Gegensatz zu den Vorgängern „Loud Enough To Raise The Dead“, „Pain Is Temporary, Glory Is Forever“ und „Rock&Roll Forever“ braucht „Laughing in the Face of Death“ ein paar Durchläufe mehr, um richtig auf Betriebstemperatur zu kommen. Das nennt man dann wohl einen Grower, und könnte mit im Vergleich zu den ersten Alben etwas komplexer ausgearbeiteten Parts der Songs zu tun haben. Dabei bleibt sich die Band jederzeit treu - das klassische CARBURETORS-Rezept namens Fast Forward Rock&Roll findet man insbesondere auf „Shot Full Of Noise“ oder „Water Into Wine“, die mit exzessivem Slide-Gitarreneinsatz überraschen.  

Fazit: Auf „Laughing in the Face of Death“ hören wir eine kompromisslos tight spielende Rockband, die sich weiterentwickelt, ohne dabei ihre Vision aus den Augen zu verlieren. Vielen Dank dafür! 

   

THE CARBURETORS auf Tour mit PSYCHOPUNCH:

23.3.2016  Köln (D), MTC

24.3.2016  Hagen aTW (D), Stock

25.3.2016  Hamburg (D), Logo

26.3.2016  Berlin (D), Wild At Heart

Jay
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