
Spacken-HC-Pogo!
Berlin/3.8.08 im Lokal: Sonntagskonzerte sind immer die Konzerte, die man sich in den Kalender schreibt und die man doch nicht schafft zu besuchen. Dieses mal war es aber anders – zu später Stunde ging es ab ins Lokal, um KAPUT KRAUTS, NEIN NEIN NEIN und RENTOKILL zu sehen. Tja, und leider war es dann doch zu spät für die KAPUT KRAUTS... beim Bezahlen klang der letzte Akkord aus. Verdammt! Die hätte ich gerne nicht verpasst, hingegen ich das Verpassen bei NEIN NEIN NEIN nicht so schlimm gefunden hätte.

Kurz darauf wurde es dann Zeit für RENTOKILL, die mit ihrem 2007 erschienenen Album „AntiChorus“ die Latte erheblich hoch gelegt hatten. Ich hatte die Jungs noch nie vorher gesehen und somit war die Erwartungshaltung ebenfalls ziemlich hoch. Dass sie diese sogar übertreffen würden, damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. Schon gar nicht an einem Sonntag! Tja, und was die dann entzündeten, war ein Punk-HC-Feuerwerk erster Güte und einfach nur großartig! Ich kann es nicht wirklich erklären, aber irgendwie verstand es die Band, mich binnen weniger Minuten zu faszinieren. Von Beginn an beherrschten RENTOKILL die Leute vor der kleinen Bühne des Lokals. Die Band aus Österreich ist ja bekannt für ihr hohes politisches Engagement, aber dass sie dabei live derart viel Spass und positive Energie versprühen, hätte ich nicht gedacht. Dabei erinnerten sie auch das ein oder andere Mal an die tollen Kanadier PROPAGANDHI. Musikalisch sehr kompakter und heftiger HC-Punk, der dennoch mit gut dosierten melodischen Parts überzeugte. RENTOKILL bewiesen sich also als eine fantastische Liveband. Und wenn man sich vorne im Pogo-Kreis umschaute, sah man in glücklicher Gesichter - und diese sieht man nicht so oft auf einem HC–Konz. Hier gab es kein Platz für Spacken-HC-Pogo! Yeah!!!! So reckte man die Fäuste in die Luft, sang zusammen „Primetime Killer! Primetime Getaway“ und fühlte sich während des ganzen Konzertes eins mit Band und Publikum! Es war einfach erstklassig. Und irgendwie war es dann sehr schade, dass es nach nur einem Zugabe-Block vorbei war - aber es war cool, cool, cool! Und so ging es dann mit durchgeschwitzten Klamotten am frühen Montag morgen nach Hause – froh, dort gewesen zu sein!