Die Braut aus dem Weg kicken!morrissey-world-peace

Neues von Chef-Grantler MORRISSEY, der ja bekanntermaßen gerne aneckt, provoziert und Mitgefühl am liebsten für sich selbst hat. Einem bedeutenden Musiker und Künstler wie ihm, der als Hardcore-Vegetarier auch schon mal die industrielle Tötung von Tieren mit dem Genozid an Menschen vergleicht, verzeiht man aber auch kräftige verbale Entgleisungen. Schließlich hat der Mann mit THE SMITHS den Britpop begründet und den Indierock maßgeblich beeinflusst. Zudem sind seine Texte nicht nur schön bissig, sondern dabei auch meist intelligent, voller Wortwitz, skurril und unterhaltsam. Es gibt ja schließlich schon genug mittelprächtige, aber politisch korrekte Musiker, die zu Tode langweilen.

Weiterlesen: Review der Woche 12/2014: MORRISSEY "World Peace Is None...

ultraviolenceSuper 8-Filme für die Ohren

Nach einer eher wenig beachteten, 2011 veröffentlichten, selbst produzierten Songsammlung legte Lizzy Grant aka LANA DEL REY mit ihrem ersten regulären Longplayer „Born To Die“ gleich mal einen Millionenseller hin. Kein Wunder, denn nicht nur ihr Image als todessehnsüchtige Film-Noir-Queen ist faszinierend, sondern auch ihre einzigartige Stimme, die mal gelangweilt, mal desillusioniert-gebrochen oder an anderer Stelle Lolita-lasziv daherkommt. Zudem hat die junge Dame auch musikalisch einiges zu bieten und schreibt tolle melancholische, zeitlose Popsongs, die es durchaus mit 50er/60er Jahre

Weiterlesen: Review der Woche 11/2014: LANA DEL REY "Ultraviolence"

cerebral-ballzyThe 80s are calling!

Das Beste an CEREBRAL BALLZY ist ihre Glaubwürdigkeit. Kalt wie Hundeschnauze rumpeln sich die New Yorker Jungs mit ihrem authentischen, leicht melodischen 80er-Punkrock durch ihr zweites Studioalbum. Wie ein verrotteter Super-8-Film werden die knackig kurzen Songs abgespult, der LoFi-Sound erweckt das Bedürfnis, wieder mit Fish Board und Pornobalken skaten zu gehen und die Straßen unsicher zu machen.

Weiterlesen: Review der Woche 10/2014: CEREBRAL BALLZY "Jaded & Faded"

Ein vertrauter Freundjupiter

Nachdem die Indie-Rock Band aus der Eifel mit ihrem gleichnamigen Album und ihrer poplastigen Single „Still“ im Jahr 2011 nun wirklich jeden Winkel der Republik erreicht hat und mit Preisen überhäuft wurde, fällt ihr aktuelle, fünfte Veröffentlichung „Das Gegenteil von allem“ wieder rockiger aus. Ansonsten ändert sich nichts. Muss man mosern über die textliche und musikalische Kontinuität? Über die Vorhersehbarkeit, die Verlässlichkeit? Es ist wie das Treffen eines vertrauten Freundes:

Weiterlesen: Review der Woche 09/2014: JUPITER JONES "Das Gegenteil von...

FRIEDEMANN - Uhr vs. ZeitOhne doppelten Boden

Leise im Ton, laut in der Botschaft: FRIEDEMANN hat mit "Uhr vs. Zeit" ein Album hingelegt, das stört, verstört - und das man nicht überhört. Denn je leiser FRIEDEMANN wird, desto lauter schallt die Botschaft aus den Songs. Wenn der Frontmann der Rügener Trash-Punk-Heroen COR die ruhigen Töne anschlägt, lohnt es sich, ganz genau hinzuhören. So viel Hingabe, so viel Leidenschaft und so viel Stille, aber in den aufrüttelnd dunklen Momenten stets spürbare Wut, ist in diesem Jahr zumindest in Deutschland noch nicht in Töne gegossen worden. Aber nicht die destruktive Art der Wut, nein, FRIEDEMANN spielt lieber mit dem Aufbruch als mit der Anklage.

Weiterlesen: Review der Woche 08/2014: FRIEDEMANN - "Uhr vs. Zeit"